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Falls man sich solch ein wertvolles Geschirr leisten konnte. Manche der verzierten Ofenkacheln, die man als Bruchstücke bei archäologischen Grabungen im Stadtgebiet fand, mögen gleichfalls von den Töpfern hergestellt worden sein, obwohl es wahrscheinlich wenige Kachelöfen in der Stadt gegeben hat. Bier wurde gebraut und gehandelt - so wird auch mindestens ein Böttcher seine Werkstatt in den Mauern der Stadt gehabt haben.
Amtsdiener und Schulmeister werden ebenfalls, wenn auch selten, zu einem Trunk in die Wirtschaft gegangen sein. Einen Rektor gab es in Gadebusch schon seit etwa 1 550. Eine Stadtschule war es, zu der nur Knaben zugelassen wurden. Üblicherweise wurde vor allem Religion unterrichtet, für das Erlernen des Schreibens und Rechnens mußte meistens ein Extraschulgeld entrichtet werden. So war es z.B. im Ratzeburgischen. Nicht so in Gadebusch! Seit 1626 war der Rechenunterricht selbstständiger Unterrichtsgegenstand. Das konnte nicht alles von einer Lehrkraft bewältigt werden, zumal auch Latein gegeben wurde, manchmal sogar Altgriechisch. So kam bald zum Rektor ein Kantor, der zusätzlich in der Kirche als Küster, manchmal auch als Organist tätig war.
Sicher wird auch der Münzmeister Simon Lüdemann am Tisch der Honoratioren gesessen haben, denn die Stadt hatte seit langem das Recht, Münzen zu schlagen. Aber mit ihm nahm es ein böses Ende, denn er wurde wegen Münzfälscherei durch den Herzog zum Tode verurteilt und am 19. Juli 1619 in Schwerin mit dem Schwert gerichtet. Dazu hätte man mit dem armen Sünder nicht nach Schwerin zu reisen brauchen, denn der Gadebuscher Scharfrichter Peter Münnich amtierte damals schon und erhielt 1638 ein neues Richtschwert, welches man noch heute im Heimatmuseum auf dem Schloßberg mit leichtem Schauder ansehen kann. Froner und Scharfrichter aber wurden gemieden, gingen wohl kaum in den Krug und hatten auch in der Kirche einen gesonderten Platz, abseits von der Gemeinde.
Selbstverständlich hatte auch Gadebusch während des Dreißigjährigen Krieges gelitten. Doch gab es zwischen den Notzeiten in diesen Jahren immer wieder Perioden, in denen das Leben in der Stadt seinen halbwegs normalen Verlauf nahm. Es wurde Bier gebraut und getrunken, Münzen wurden geprägt und Missetäter gestraft, Kinder wurden geboren und getauft.